Zum 1. April 2023 haben wir uns als Verlag neu erfunden. Einiges ist seitdem passiert, einiges steht noch bevor.
Zum 01.04.2023 haben wir uns als Verlag neu erfunden. Unsere Buchhandlung in Stuttgart-Stadtmitte wird seither von der Blessings 4 You GmbH weitergeführt, die Buchhandlung in Stuttgart-Vaihingen haben wir geschlossen. Als gGmbH – also als gemeinnützige GmbH – haben wir uns neu gegründet. Weiterhin arbeiten wir in enger inhaltlicher Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Jugendwerk in Württemberg.
Schon Monate vorher haben wir angefangen, den Neuanfang vorzubereiten. Ein neues Erscheinungsbild musste her, frisch und modern sollte es wirken. In dem Zug haben wir auch unserem Logo einen neuen Anstrich verpasst.

Ein kleines Team hat sich in einem Strategie-Workshop überlegt, was unsere Identität als Verlag ist, an welchen Dingen wir festhalten wollen und was wir künftig anders machen möchten. Wir alle waren uns einig: Wir sind der Verlag, der Praxismaterial für die Arbeit vor Ort macht. Von der Basis für die Basis, das ist unser Anspruch. So haben wir unter anderem dieses Magazin aus der Taufe gehoben. Mit den Artikeln und anderen Inhalten möchten wir dir noch mehr unter die Arme greifen, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vor Ort zu gestalten.

Parallel dazu arbeiten wir an einem neuen Online-Auftritt. Unter www.praxisverlag-bm.de stellen wir dir künftig unsere Titel übersichtlich vor. Dort findest du auch die Online-Version des Magazins.
Wir freuen uns, mit dir gemeinsam Jugendarbeit vor Ort zu gestalten. Gib uns gern Feedback zum Magazin, zur Homepage oder zu unseren Produkten unter kontakt@praxisverlag-bm.de – wir freuen uns auf deine Nachricht.
Was für eine Stimmung in den Hallen von buch+musik und Blessings4You! Seit Tagen sind alle im Haus wie elektrisiert! Wir packen nicht nur die klassischen Bläsernoten in zig Kisten – es wird noch vieles mehr gut verstaut für den großen Tag.
Endlich, der Lieferwagen ist vollgeladen und alle machen sich am Samstagnachmittag auf den Weg nach Ulm. Man merkt schon bei der Ankunft, dass hier etwas in der Luft liegt. An vielen Ecken hört man schon die Klänge.
Am Sonntagmorgen um 6 Uhr geht es für uns weiter. Jedes Team eines Büchertisches macht sich zu seinem Einsatzort auf. Ich bin mit meinem Team in der Donauhalle und die anderen auf dem Münsterplatz. Es werden Tische und Kisten geschleppt, alles ausgepackt, dekoriert und drapiert. Dann beginnt auch schon der Gottesdienst für die Jungbläserinnen und Jungbläser. Gigantisch! Atemberaubend! Wunderschön, wenn Hunderte ihr Gotteslob erklingen lassen. Mir wird bewusst: Musik verbindet – auch über Grenzen!
Nach Ende des Gottesdienstes gibt es kein Halten mehr: Noten, Bücher, viel Bläser-Equipment und CD‘s zu Bläserheften werden gekauft. Der Ansturm legt sich gegen Spätnachmittag, für uns wird es Zeit zum Zusammenpacken. Wir müssen uns etwas sputen, wir sollen bei der Abschlussveranstaltung noch mit auf dem Münsterplatz unterstützen.
Was sich mir auf dem Münsterplatz bietet, ist kaum zu beschreiben. Menschen, die sich seit Ewigkeiten nicht gesehen haben und sich um den Hals fallen, ein Miteinander an Ehrenamtlichen – was für ein Event vor so einer Kulisse.
Gegen 16 Uhr gibt es dann das große Finale. Wie beim Gottesdienst in der Donauhalle am Morgen sind auch hier über den Münsterplatz Podien mit Dirigierenden verteilt. Als das erste Stück angespielt wird und alle mit einstimmten – es ist kaum zu beschreiben, wenn man nicht selbst dabei ist. Hier ist nicht wichtig, wie teuer das Instrument ist, ob man aus Württemberg, Baden oder Bayern kommt – hier ist das miteinander Musizieren wichtig! Und das kann man allen abspüren. Nach dem Finale und dem dann folgenden Geläut des Münsters heben alle Bläserinnen und Bläser die Instrumente in die Höhe. Denn Einer ist der größte, dem alle Ehre gebührt. Bis alles eingepackt und wieder verstaut ist, sieht der Münsterplatz auf einmal sehr leer und verlassen aus. Doch eins ist bestimmt bei allen geblieben: Musik überwindet Grenzen, Musik verbindet, Musik ist ein Geschenk des Himmels. Musik ist nicht gebunden an Alter, Größe, Konfession. Der Blick auf die Bläserarbeit hat sich für mich verändert. Was für eine Arbeit in all den Posaunenchören in Orten und Bezirken stattfindet und wieviel Herzblut hier hineingesteckt wird. Sogar in Familien über Generationen hinweg verbindet die Musik. Ich freu mich auf alle Fälle wieder beim nächsten LAPO 2025 dabei sein zu können.
Seit 20 Jahren gestaltet Dorothee Krämer Motive zur Jahreslosung – für viele DAS Motiv zur Jahreslosung. Ein ganzes Jahr lang begleitet es Menschen. Wie entsteht aber solch ein Motiv? Welche Entwicklungsschritte sind nötig?
Im Sommer 2022 stand der Wortlaut zur Jahreslosung 2024 fest. Damit beginne ich mit der Vorarbeit zu einem Motiv: Worum geht es? Wo steht es? Welche Bilder gehen mir durch den Kopf. Oft mache ich eine Ideensammlung zu jedem Wort. Meist denke ich: „Da wird mir nix einfallen.“ Dann hängt Text an der Wand und ich schau immer wieder drauf. Welche Farben möchte ich, gibt es Metaphern, die mir kommen. Manchmal erzählt dieser eine Satz eine ganze Geschichte. Diesmal eher nicht. „Alles, was ihr tut geschehe in Liebe.“ Es ist keine spezielle Geschichte, es gibt keine handelnden Personen. Ich denke: „Wie soll man das darstellen, ohne dass es vor Kitsch tropft?“ Wie kann ich „Alles“ abbilden, wie „Liebe“? Bei uns in Europa wird Liebe meist mit einem Herz symbolisiert und meist wird dabei die Liebe von zwei Menschen gemeint. Dabei geht es hier natürlich um weit mehr. Es geht darum, dass wir alles mit den Augen der Liebe sehen und mit Liebe handeln. Oder vielleicht durch eine Brille der Liebe. „Brille“ geht gar nicht. „Herz“ geht gar nicht. „Rotes Herz“ – geht nicht. Das sind so die Gedanken, die mir kommen. Es ist jedes Mal spannend. Oft will ich aufgeben, bevor ich angefangen habe. „Wie, in aller Welt, soll ich das malen?“
Ich beginne mit Skizzen – meist beginne ich mit Farben. Warm und einladend soll es werden. Es folgen endlose Skizzen mit Menschen, die einander zugewandt sind, und egal wie, es bleiben immer zwei Menschen, die sich nah sind. Ich möchte, dass sie unter dem Kreuz stehen und irgendwie durch das Kreuz verbunden werden. Dann mach ich Kreuze und Figuren oder dann Hände, die sich anfassen. Immer und immer wieder. Ich bin sehr unglücklich damit. Das ist mir zu platt. Es soll nicht um eine Paarbeziehung gehen. Sackgasse – weg damit.
Dann lese ich den Kontext nochmal. Es ist die Kurzfassung aus dem Hohelied der Liebe aus Korinther 13. Dort wird das alles ausführlicher erklärt. Dieser längere Text macht die Aussage verständlicher. Mir wird klar, ich werde das Motiv zusammen mit 1. Korinther 13 abbilden. Worte wie „sie lässt sich nicht erbittern“ oder „und wenn ich alles den Armen gäbe und hätte die Liebe nicht …“ sind mir wichtig.
Wie bildet man Liebe ab? Vielleicht doch ein Herz? Bitte nicht rosa. Welche Schriftart? Es soll persönlich sein, ich entscheide mich für Handschrift. Vielleicht kann man die Worte ja so untereinander schreiben, dass es ein Herz ergibt. Ich schreibe den Text zig mal. Hoch, breit, schmal, eng. Dann wird am Rechner jeder einzelne Buchstabe solange geprüft und verändert, bis mir die Zeilen gefallen.
Langsam formt sich ein inneres Bild: Es soll ein Herz werden, von dem Licht ausgeht. Es soll hell werden. Also muss es helle und dunkle Bereiche geben. Mit sehr dicken Pinseln mache ich rund 30 Herzen. Am Ende setze ich am Computer die Farben und Details solange zusammen, bis alles passt. Ich möchte mit Farben Räumlichkeit schaffen. Helle offene Farben sollen Licht in einen dunklen Raum bringen. Wie ein unruhiger Tiger bastle ich solange an dem Entwurf und lasse wochenlang nicht locker, bis ich zufrieden bin. Bis zum endgültigen Entwurf sind es um die 50 Varianten. Manchmal liegen die Nerven blank. Oft hilft Schokolade.
Das Motiv soll freundlich und offen sein. Immerhin wird das Bild in vielen Gemeinden ein ganzes Jahr hängen. Eine Gemeinde soll auch nach Monaten noch Neues entdecken, auch noch nach vielen Blicken sich nicht sattsehen. Das ist mir ein großes Anliegen. Und das Motiv sollte sich von den Bildern aus den vergangenen Jahren unterscheiden. Zwischendurch gibt es Besprechungen mit buch+musik und mit dem EJW. Wir diskutieren die Entwürfe, manches wird verworfen, manchmal gibt es neue Wege und Ideen. Es ist immer interessant zu hören, was andere sehen, wie Details wirken, welche Assoziationen andere haben.
Eigentlich bin ich Designerin – beim Design gelten andere Regeln als in der Malerei. Diese Bilder sind für mich eine Schnittstelle zwischen Design und Malerei. Bei der Jahreslosung gebe ich viel von meinem Inneren preis, Design ist wesentlich oberflächlicher. Mir ist wichtig die Bibeltexte verständlich zu machen. Es ist mir durchaus bewusst, dass ich den Text dadurch persönlich interpretiere. Ich lege meine Erfahrung mit Gott in die Bilder. Ich zeige meine Sicht auf ihn. Wenn man beim Betrachten meiner Bilder die Texte leichter versteht oder neue Hoffnung oder Mut bekommt, hab ich schon viel erreicht.
